Donnerstag, 10. Februar 2011

Rückblick: Las Vegas

Am Morgen des 3. Januars verließen wir Los Angeles in Richtung Las Vegas. Die gut 3-stündige Fahrt erwies sich als äußerst langweilig. Um uns herum war karge steinige Landschaft. Manchmal, wie aus dem Nichts erreichten wir überraschend große Städte, bei denen wir uns immer wieder fragen mussten: wer wohnt hier freiwillig?


Unmittelbar an der Staatsgrenze von Kalifornien zu Nevada befanden sich die ersten Kasinos. Eine künstliche Stadt, die irgendwie eine Mischung aus riesiger Raststätte und Freizeitpark inklusiver Achterbahn war. Die komplette Stadt war aber aufgrund des sonntäglichen Rückreiseverkehrs von Las Vegas nach Los Angeles total überlaufen, so dass wir schnell wieder unsere Ruhe auf dem Highway suchten. Von der Staatsgrenze bis nach Las Vegas war auf der Gegenspur ein durchgängiger Stau.


Am frühen Nachmittag erreichten wir dann Las Vegas. Unser Hotel lag direkt am Strip, so dass wir auf dem Weg dorhin gleichzeitig eine kleine Seightseeing-Tour machen durfen.


Im Hotel angekommen, machten wir uns sogleich zu Fuss auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Ich war sauf Anhieb von Las Vegas total beeindruckt (nach Los Angeles konnte es allerdings auch nur besser werden). Leben könnte ich hier zwar nicht, aber der komplette Strip zieht einen irgendwie sofort in seinen Bann wie kein zweiter Ort auf dieser Welt. Alles wirkt nicht real, mal ein bischen wie ein Freizeitpark, dann wieder wie eine Touristenhochburg irgendwo am Ballermann. Insgesamt aber faszinierend schön und es existiert kein Meter, auf dem man nicht von neuen Eindrücken überflutet wird.  
Weil es draußen tierisch kalt war (unter 0°C) und leicht schneite, nahmen wir am ersten Abend meistens die Route durch die Hotels. Man kann nämlich nahezu von jedem Hotel ins benachbarte laufen. Der Weg führt natürlich mitten durch die Kasinos und die jeweiligen hoteleigenen Shopping-Malls. Während die Kasinos alle wirklich austauschbar sind, sind die Shopping-Malls einzigartig und machen ebenfalls einen Teil der Faszination Las Vegas' aus - auch wenn man wie wir überhaupt nichts einkauft.


Die Mall des Ceasars Palace ist dem alten Rom nachempfunden: Man läuft auf Kopfsteinpflaster, hat einen künstlich blauen Himmel überm Kopf und kann am Nachbau des Tivoli-Brunnnens Pasta und Pizza essen (sogar richtig lecker).


Man sollte das Ganze halt nicht so ernst nehmen und mit dem Orignalschauplatz vergleichen und sich fragen wieso man auf der Welt ein zweites Rom braucht, oder ein weiteres Venedig, in dem Gondolieri Arien singend durch knietiefes Wasser schippern, oder warum man einen Crêpes unterhalb des Eiffel-Turms ausgerechnet in Las Vegas essen sollte, wenn echte französische Crêpes in Paris viel besser schmecken, oder... oder... oder....



Bleibt man aber bei der Wahrheit, dass man sich nämlich gerade in der "Fressmeile" eines Einkaufszentrum befindet, dann muss man schon annerkennend eingestehen, dass die Innenarchitektur eine durchaus angenehme Atmosphäre entstehen lässt und die deutschen Einkaufszentren, die alle dem gleichen Stil folgend mit Granit-Fussboden, goldenen oder silbernen Geländern, Glasaufzügen, Brunnen und Dekopalmen auftrumpfen wollen, im Vergleich eintönig und verwechselbar erscheinen.


Ebenfalls richtig gut inszeniert sind die "Shows", die manche Hotel den Passanten von der Straße aus bieten. Das Bellagio lässt im 15-Minuten-Turnus weiß beleuchtete Wasserfontänen untermalt von dezenter klassischer Musik in den nächlichen Himmel emporsteigen. Unser Hotel veranstaltet einen Vulkanausbruch, indem Wasserfontänen rot und orange beleuchtet werden. Das Nachbarhotel Treasure Island führt eine Piranten-Tanz-Show auf, bei der ein Piratenschiff versenkt wird.



Die 1,5 Tage, die wir in Las Vegas verbrachten, waren eigentlich zu kurz, um die Stadt komplett zu erleben. Da wir in der wenigen Zeit möglichst viel sehen wollten, sind wir die 1,5 Tage komplett durchgängig herumgelaufen. Es wäre bestimmt auch schön gewesen, eine der vielen Shows zu besuchen, sich im Wellnessbereich zu entspannen oder sich mit dem Auto auf Erkundungstour durch die anderen Stadtteile dieser flächenmäßig riesigen Stadt zu begeben.

Montag, 7. Februar 2011

Rückblick: Los Angeles

Eines vorweg: Los Angeles ist nicht schön, auch wenn die Bilder hier vielleicht etwas anderes vermitteln. Man fotografiert halt keine hässlichen Orte und derer gibt es ausreichend in L.A..

Am Morgen des 31.12. machten wir uns zunächst auf zu den Warner Brother Studios, die im Gegensatz zu den Universal Studios als "Geheimtip für Kinogänger und Serienjunkies" gelten. Im Gegensatz zu den Universal Studios, die viel eher ein Freizeitpark zum Thema Film und Fernsehen sein sollen, ist die Warner Brother Tour bodenständiger und "näher dran" am Produkt. Man führt die Besucher an die Sets der aktuellen Produktionen, natürlich nicht, wenn gerade gedreht wird. Angekommen bei Warner, durften wir uns im Visitor Center in eine kurze Schlange einreihen, um dann festzustellen, dass die Länge der Warteschlange nichs über die Wartezeit aussagt. Nur 3 Leute waren vor uns, wir durften aber geschlagene 30 min warten, bis wir endlich an der Reihe waren. Die professionell freundliche Dame teilte uns mit, dass heute gegen 14:30 zwei Plätze in einer Tour für uns frei seien. Soweit so gut. Wir zahlten die 96 Dollar (45 p.P. plus Steuer) und mussten nun einen Zeitvertreib finden. Aus diversen Filmen (u.a. Transformers und 3 Engel für Charlie) wusste ich, dass es eine Sternwarte gibt, von der man einen traumhafen Blick auf Los Angeles hat. Unser Reiseführer erwies sich als überaus hilfreich und empfahl uns das gesuchte Griffith Obstervatory als ein der 10 Top-Sehenswürdigkeiten.


Oben auf dem Hollywood-Hügel angekommen, genossen wir die Aussicht auf L.A. und in entgegengesetzter Richtung auf die Hollywood-Buchstaben (unteres Bild in der Mitte)


Wir sollten diesen Buchstaben aber im Verlaufe unseres Aufenthaltes noch viel näher kommen... dazu jedoch an anderer Stelle mehr.
Weil wir uns vor der Rush-Hour fürchteten, machten wir uns frühzeitig wieder auf in Richtung Studiogelände. Auf der Fahrt dorthin, lief uns dann noch Spiderman über den Weg. Er wirke ein bisschen gelangweilt. Offenbar gab es für seinen Geschmack zu wenig Hochhäuer in Hollywood. Selbst das freundliche Hubkonzert sämtlicher (wirklich sämtlicher) umherfahrenden Autos konnte ihn nicht aufmuntern. Mit gesenktem Kopf marschierte er weiter.


Mit genügend Zeitpuffer am Studio angekommen, durften wir auf den Beginn unserer Tour warten. Als es dann losging, wurde uns zum Auftakt wurde ein 10 minütiger Einführungsfilm gezeigt. Eigentlich war es viel mehr eie schnelle Aneinanderreihung bekannter Sequenzen aus Filmen, die alle von Warner Bros. produziert wurden. (Matrix, Harry Potter, und den Rest hab ich schon wieder vergessen, war aber Einiges...)


Danach wurden wir mit kleinen offenen Bussen übers Studiogelände gefahren. Durchführen Kulissen einer typischen Kleinstadt. Unsere Führerin erzählte permanent irgendwelche Geschichten über Dreharbeiten, die hier stattgefunden haben, u.a. dass das Haus eines Doktors aus Emergency Room direkt neben dem eines anderen Doktors aus Emergency Room steht, obwohl sich die Ärzte in der Serie nicht ausstehen können und sie dort auch keine Nachbarn waren. Man musste bei den Dreharbeiten immer nur darauf achten, dass das jeweilige Nachbarhaus nicht im Bild zu sehen war. Ich habe leider keine einzige Folge Emergency Room gesehen. Später führte sie uns noch ans Set von "The Mentalist", "Two and a half Men" und zum Café aus "Friends", das nachdem die Serie beendet war, woanders auf dem Studiogelände als "Andenken" an die Serie aufgestellt wurde. Nachdem uns die Führerin die komplette Tour über darauf heiß gemacht hat, "durften" wir zum Abschluss sogar noch ins Warner Brothers Museeum. Yipiiieh! Uns wurde drei Mal gesagt, dass wir auf keinen Fall fotografieren dürfen und nichts anfassen dürfen, und am Eingang wurden wir von Security empfangen, die uns nochmal das gleiche erzählte: Keine Fotos, nichts anfassen!
Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, was denn da so besonders drin ist, dass sie solch ein Tohuwabohu drum machen. Vielleicht war ja dort das Set der Mondlandung aufgebaut?!
Denkste... das Museum war echt ein schlecher Witz: ein paar Kostüme aus Harry Potter Filmen, das Outfit von Mr. Smith aus Matrix, Batman's Umhang und ein paar kleine Modelle von kuriosen Fortbewegungsmitteln aus diversen Filmen. Amerikaner schaffen es (wahscheinlich mangels echter Historie) aus allem und jedem ein Museum zu machen. Und wenn man dann auch noch Security in den Eingang stellt und Verbote aufstellt, glauben sogar einge Besucher tatsächlich dran, dass hier etwas weltbewegendes ausgestellt ist.


(diese beiden Fotos sind NICHT im Museeum entstanden sondern in der "Fahrzeuggarage". Im Museeum war ja fotografieren strengstens verboten)



Am Abend machten wir uns zunächst auf die Suche nach einem leckeren Restaurant in Downtown, mussten nebenbei feststellen, dass die Amerikaner zu Silvester gerne Basketball gucken, weil als Großveranstaltung gerade in der Arena ein Basketball-Spiel lief und drumerum viele bunte Lichter funkelten.


Nachdem wir dann lecker mexikanisch zu Abend gegessen haben, machten wir uns auf den Weg, um das Feuerwerk bewundern zu können. Da der Bereich ums Griffith Obervatorium nachts geschlossen hat, suchten wir auf dem Navi die entferntest- und damit auch höchstgelegene Straße in den Hügeln Hollywoods und fuhren los. Die Straßen dort sind wirklich eng und verschlungen. Teilweise kommt man zwischen den kleinen Häuschen kaum durch ohne anzuecken. Leider hat man aufrund der zwar niedrigen aber dichten Bebauung von der Straße aus keine Aussicht auf L.A.
Erst als wir relativ hoch waren, lichtete sich die Bebauung und plötzlich erhob sich ein riesiges dunkles H aus dem nächtlichen Himmel. Wenige Momente später konnten wir den kompletten Schriftzug lesen. Wir befanden uns nun direkt unterhalb des Hollywood Schriftzuges. Alles um uns herum war duster, keine Menschenseele weit und breit und alles war sehr unheimlich. Hier wollten wir dann doch nicht unser Silvester verbringen. Auf dem Weg runter entdeckten wir dann tatsächlich noch einen echten Ausichtspunkt. Die Hollywood-Buchstaben weniger groß im Rücken, parkten wir an der Straße überblickten den Aussichtsplatz, an dem es sich schon ein paar Jungendliche gemütlich gemacht haben und hatten fast komplett L.A. im Blickfeld. Nun warteten wir auf Mitternacht...
Nur wenige Augenblicke später näherten sich dem Aussichtspunkt von beiden Seiten Fahrzeuge und machten kurz bevor sie uns erreichten das Blaulicht an. Die Polizisten stiegen aus, gingen auf die Jugendlichen zu, führten sie an ihr Auto und untersuchten jeden in der Gruppe, so wie man es aus Hollywood-Filmen kennt. (achja, wir befanden uns ja auch in Hollywood). Einer der Polizisten kam währenddessen auf uns zu und meinte, wir sollten uns doch lieber für die nächsten Minuten aus dem Staub machen, weil es vielleicht gefährlich für uns werden könnte...
Also sind wir dann noch eine halbe Stunde umher gefahren, um uns kurz vor Zwölf wieder am Aussichtsplatz einzufinden: keine Jugendlichen mehr da, keine Polizei mehr da, nur ein paar andere Leute, die offensichtlich zu Fuss von Parties aus der Nachbarschaft herbeigekommen sind. Wir mischten uns unters Volk und blickten um 12 erwartungsvoll auf Los Angeles. Es geschah relativ wenig. Hier und da erkannte man einige "Hotspots", an denen Feuerwerkskörper abgefeuert wurden. Der Rest der Stadt war allerhöchstens von Straßenlaternen erhellt. Wie eine Recherche im Nachhinein ergab, gibt es recht strenge Regularien für Privatpersonen, was das Abfeuern von Feuerwerk betrifft. Kalifornien gehört zwar zu den weniger strengen Staaten, jedoch reicht das wohl auch schon aus, damit Privatpersonen kein Feuewerk abfeuern.
Um 5 nach 12 führen wir zurück ins Hostel und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen machten wir unseren Neujahrsspaziergang auf dem Walk of Fame. Vom ersten Abend kannten wir ja schon einen heruntergekommenen Bereich des Hollywood Boulevards. Der hübsche Bereich war jedoch nur 2 Blocks davon entfernt und war selbst auch nur exakt einen Block lang. In diesem Bereich befinden sich die bekannten Kinos, unter anderen das Kodak Theater, in dem jedes Jahr die Oscar-Verleihungen stattfinden.




Der Eingangsbereich des Kodak Theaters, dort wo dan der rote Teppich ausgerollt wird, ist eine kleine noble Shopping-Mall. Die Säulen sind beleuchtet und mit Jahreszahlen versehen. Wenn das Jahr in der Vergangenheit lag, war davor ein metallerner Schriftzug mit desjenigen Films angebracht, der in besagtem Jahr den Oscar gewonnen hat.


Liegt das Jahr in der Zukunft, war davor natürlich kein Schriftzug.


Nachdem wir eine Stunde Hollywood-Atmosphäre geschuppert hatten, machten wir uns auf den Weg durch Beverly Hills und Bel Air zum Santa Monica Pier. Dort haben wir im übrigen unseren ersten und einzigen Hollywood Star gesehen, den ich nicht mal mit Namen kenne. Es war dieser glatzköpfige ältere Schauspieler aus der Serie "Lost". Er lief dort allerdings als Niki Lauda verkleidet herum und versteckte seine Glatze unter einer roten Kappe.
Der Pier, der gleichzeitig das Ende der Route 66 markiert, war wirklich schön. Es handelt sich um einen riesigen Holzpier, der eine halbe Meile ins Meer ragt. Bekannt ist er vor allem für seine Ganzjahreskirmes und sein nachts hell erleuchtetes Riesenrad.




Vom Pier sind wir dann noch herab auf den Strand gegangen und dort ein wenig herumspaziert. Hier hatten wir endlich die typische California-Atmosphäre, die wir aus Filmen und Serien kannten. Hübsche Menschen fuhren mit Inlinern oder auf Fahrrädern, hatten dabei Headsets im Ohr und telefonierten und zogen nebenbei ihren Hund hinterher.



Nach einem Spaziergang durch die Fussgängerzone Santa Monicas, die ebenfalls richtig hübsch war, gingen wir zum Abschluss des Tages ins Kino ("The Tourist").
Am nächsten Morgen stand dann die Fahrt nach Las Vegas an...

Donnerstag, 3. Februar 2011

Rückblick: Etappe 2

Am nächsten Tag ging es dann weiter gen Süden. Unser Zwischenziel zur Übernachtung auf dem Weg nach Los Angeles war Morro Bay. Auf dem Weg dorthin stand aber noch der sog. 17 Miles Drive an, ein kostenpflichtiger Rundweg durch die Küstenlandschaft. So richtig wussten wir nicht, was uns erwartet, allerdings empfahl unser Reiseführer diesen Weg als absolut sehenswert. Also "opferten" wir kurzerhand 7 Dollar und führen hinein ins Ungewisse. Auf den ersten Metern bemerkten wir, dass dieser Küstenbereich etwas besonderes sein muss: um uns herum im lichten Wald (möglicherweise Pinien) waren weitläufige, nicht eingezäunte Anwesen mit großen flachen Villen (schätzungsweise 400qm Grundfläche im Erdgeschoss plus niedrige Walmdachkonstruktion) zu sehen. Irgendwann erreichten wir einen Golfplatz. Der 17 Miles Drive war nicht die einzige Straße durch dieses Küstengebiet, allerdings war er durch eine extra Fahrbanmarkierung von den anderen Wegen zu unterscheiden. Das Gelände fiel terrassenartig seicht zum Meer hin ab, fast überall hatte man einen traumhaften Blick auf den Pazifik, entweder hinweg über die Dächer der tiefer gelegenen Häuser oder über grünen sauber geschnittenen Rasen. Am Meer angekommen, kam uns dann ein Kleinbus entgegen mit der Aufschrift "Pebble Beach Resort" und hatte das Gefühl, dass ich das irgendwo schon mal gehört habe, dachte aber im ersten Moment an eine bekannte Ferienanlage für reiche Leute. Ein paar Augenblicke später machte es Klick in meinem Kopf und ich wusste wo wir uns gerade befanden. Pebble Beach kannte ich aus dem Sportteil der Nachrichten und von Spielgel Online. In fast jeder Berichterstattung zu Pebble Beach wurde erwähnt, dass es sich um den schönsten Golfplatz der Welt handelt. Und ich muss sagen: Ja, passt!


Im Prinzip befanden wir uns schon seit einer viertel Stunde inmitten des riesien Golfareals, dessen einzelnen "Löcher" abgetrennt wurden von den offenen Privatgrundstücken mit besagten Villen oder eben durch die kleinen Wälder. Selbst der komplette Küstenstreifen war von war vom Grün des Golfplatzes übersäht (im wahrsten Sinne des Wortes) und unser 17 Miles Drive zog sich mitten hindurch.


Zwischenzeitlich fiel mir dann noch ein, dass ich Pebble Beach auch aus einem anderen Zusammenhang kannte. Alljährlich findet am 18. Loch der sog. Pebble Beach Concours d'Elegance statt, ein Schönheitswettbewerb für Oldtimer, zu dem Sammler aus der ganzen Welt ihre wertvollen Klassiker präsentieren und von einer Jury nach diversen Kriterien beurteilen lassen. Ein Sieg beim Pebble Beach Concours d'Elegance ist unter Autosammlern die Trophäe schlechthin. In den vergangenen Jahren haben die Autohersteller diese Veranstaltung auch gerne genutzt, um neue Luxusfahrzeuge oder Sportwagen den potentiellen Kunden vorzustellen. So wurden lange vor ihrer Markteinführung der Bugatti Veyron, sowie der Alfa Romeo 8C im Rahmen des Concours d'Elegance ausgestellt.



Das benachtbarte Städtchen Carmel war weniger mondän, aber nicht minder schön. Natürlich war die Hauptstraße geprägt von Shops internationaler Modedesigner, allerdings keineswegs protzig und irgendwie sogar ein bisschen niedlich. Die aneinandergereihten Holzhäuser erinnerten sogar ein bisschen an einen dieser noblen Alpenskiorte.
Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Highway 1 entlang der Steilküste. Im Vergleich zur fruchtigen nördlicheren Steilküste, die wir von der ersten Etappe kannten, war die Landschaft hier relativ karg und geprägt von beige-farbenen Sandstein. Bei Dunkelheit erreichten wir Morro Bay, ein kleines Fischerdörfchen und gleichzeitig ein Ferienort.
Am kommenden Tag entfernten wir uns vorübergehend von der Küste und fuhren eine Abkürzung durch das Hinterland, vorbei an typischen Ranches mir typischen Koppeln, die durch typische Holzzäune abgesteckt waren und erreichten schließlich von hoch oben aus den Bergen kommend Santa Barbara.


Santa Barbara war mir ein Begriff aus meiner Kindheit, weil ich während meiner Hausaufgaben immer eine Soap namens "California Clan" geguckt habe, in der die reichen und schönen Einwohner Santa Barbaras gegenseitig Intrigen geschmiedet haben, unter mysteriösen Umständen verschwanden, unter noch mysteriöseren Umständen in Gestalt eines anderen Schauspielers wieder auftauchten und am Ende jeder Episode irgendwas Spannendes passierte. Der Origninaltitel der Soap lautete "Santa Barbara", doch bis auf in jeder Folge identischen, zweisekündigen Standbildern von Sehenswürdigkeiten, die zwischen den einzelnen im Studio entstandenen Szenen eingespielt wurden, bekam man von Santa Barbara nichts zu sehen.  
Wir haben Santa Barabara als einen schönen Ferienort kennen gelernt. Alles wirkte relativ spanisch. Der Baustil erinnerte ein wenig an Städte auf den kanarischen Inseln (nicht diejenigen mit Hotelhochburgen), überall Palmen, nette Boutiquen und Straßencafés. 


Nachdem wir den Nachmittag in Santa Barbara verbracht haben, ging es weiter über Malibu (weder David Hasselhoff in Badehose noch Pamela Anderson liefen uns dort über den Weg) nach Hollywood zu unserem kleinen Hostel, das unsere Heimat für die nächsten 3 Nächte sein sollte. Auf dem Weg vom Highway zum Hostel ahnten wir schon Schreckliches. Der Weg zog sich endlos vorbei an Reifenhändlern, Fastfood-Restaurants, Waschsalons, undefinierbaren Lagerhallen, Tankstellen und Supermärkten. Irgendwie sah ein Block aus wie der andere. Unser Hostel lag schließlich zwischen einer Tankstelle und einem privaten Rettungsdienst, zur Straße hin gerade mal 10m breit und total unscheinbar. Von innen war es jedoch tatsächlich richtig schön: http://www.stayonbeverly.com/virtual.html zum Abendessen führen wir noch schnell zum Hollywood Boulevard in ein altes Restaurant, in dem schon Charlie Chaplin gegessen haben soll: Musso & Frank. Da es sowohl von unserem Herbergsvater als auch von unserem Reiseführer empfohlen wurde, dachten wir, dass es bistimmt nett sein würde. Man kann sich täuschen. Mein "Turkey Sandwich" war eine Scheibe Graubrot mit mehreren Lagen Truthahnbrustscheiben zugeklatscht und einer Art Tomatensoße übergossen - das Ganze für ca. 15 Dollar. Hinzu kam, dass sich der Kellner beim Präsentieren der Rechnung schon mal vorab selbst sein Trinkgeld eingetragen hat - fast 20% des Rechnungspreises (zwischen 10% und 15% sind üblich).
Der Laden ist definitiv nicht weiterzuempfehlen, auch wenn die klassische Atmosphäre mit schulterhohen Trennwänden, die die einzelnen Tische eher zu Abteilen werden lassen, wirklich nett war. Auch der Hollywood Boulevard machte an dieser Stelle eher einen dreckigen, heruntergekommen Eindruck. Wir fühlten uns hier zum erstem Mal auf unserer Reise nicht sicher.

Montag, 24. Januar 2011

Rückblick: Etappe 1

So, nun bin ich endlich dazu gekommen, die geknipsten Fotos aufzubereiten, und werde nun mit unserer ersten Etappe beginnen:

Am Vormittag des 25.12. sind wir mit ganz viel Weihnachtsstimmung im Herzen und noch mehr Weihnachtsmusik im Gepäck in Portland aufgebrochen zu unserer großen Reise: Erstes Etappenziel nach 6h Fahrt war "Eureka", eine Kleinstadt an der Grenze zwischen Oregon und Kalifornien, direkt am Pazifik. Die Region um Eureka herum ist weltbekannt für ihre Mammutbäume, die sog. Redwoods. Am Morgen des 26. sind wir deswegen auch extra früh aufgestanden und haben einen Abstecher über die Avenue of the Giants gemacht, die mitten durch die Wälder führt.


Auf einer schmalen Straße schlängelt sich der Weg vorbei an endlos hohen Bäumen. Überall riecht es nach nassem Holz und dicke Tropfen fallen herab vom Regen, der sich in den Baumkronen gesammelt hat. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen. Hören kann man nur das Rauschen eines Fluss, der nicht weit entfernt der Straße durch die Landschaft fließt.


Amerika ist das Land der "Drive-Thru"s. Neben den auch bei uns bekannten McDonald's und Burger King Drive-Thrus gibt es in Amerika Apotheken-, Starbucks- und Bankomat-Drive-Thrus. Und neben der Avenue of the Giants befindet sich der weltweit einzige Drive Thru Tree ;-)


Zwei Stunden später führte uns der Weg über den Highway No. 1 zurück an die Küste. Zurecht gilt die Straße als eine der schönsten Straßen der Welt: Der Highway verläuft entlang der ins Meer abfallenden Berge über teilweise nur wenige Meter überm Meeresniveau gelegene Weidelandschaften, dann wieder 100 Meter oberhalb des Meerespiegels über Serpentienen mitten durchs Küstengebirge.


Das Naturschauspiel der Gischt, die entlang der Küste aufsteigt und sich im winterlich feuchten Klima zu Nebelschwaden verwandelt, war ein sehr beeindruckender Anblick, den wir noch den kompletten Tag über genießen durften. Unsere Etappe führte uns u.a. durch Mendocino, einem kleinen Künstlerdorf, das vor allem durch einen Schlager von Michael Holm in Deutschland bekannt ist. Wenig später erreichten wir den Gualala Point, einen öffentlich zugänglichen Strand an dem Seehunde leben. Es wird auf einem Hinweisschild nur darum gebeten, die Seehunde nicht in ihrem Lebensraum zu stören und ihnen nicht zu nahe zu kommen. Glücklicherweise hält sich jeder daran.


Wenige Meilen weiter südlich erreicht man Bodega Bay, ein kleines Fischerdörfchen, das jedoch nicht für seine Fische bekannt ist, sondern vielmehr für seine Vögel. Genauer gesagt für "Die Vögel". Alfred Hitchcock drehte nämlich genau hier 1963 seinen berühmten Film und vieles scheint sich seit 1963 in Bodega Bay nicht verändert zu haben, denn man erkennt noch immer Gebäude und Plätze aus dem Film wieder... bloß die Vogelpopulation hat sich in den letzten 47 Jahren stark rückläufig entwickelt ;-)
Von Bodega Bay ging es dann direkt zu unserem ersten großen Ziel unserer Rundreise: San Francisco.
Nähert man sich San Francisco von Norden, kommt man zu allererst in den besonderen Genuss, die Golden Gate Bridge zu befahren. Stilvoller lässt sich ein Aufenthalt in dieser Stadt nicht beginnen :-)

(Fortsetzung folgt...) 

Sonntag, 23. Januar 2011

Donnerstag, 20. Januar 2011

Heute morgen im Radio

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich heute morgen ein kleines Quiz im Radio mit anhören dürfen.
Eine der Fragen an die beiden Kandidaten war:

Welche Stadt war erster Austragungsort der olympischen Spiele außerhalb der USA und Europa?
Kandidat 1: Paris
Kandidat 2: Athen
Moderator: Ich wiederhole die Frage: Welche Stadt war erster Austragungsort der olympischen Spiele außerhalb der USA und Europa?
Kandidat 1: Rom
Moderator: Rom liegt in Europa
Kandidat 1: Ich dachte, Rom liegt in Italien. (und dann bemerkt er seinen Fehler) Ach ja, Europa ist ja ein Kontinent und kein Land.
Kandidat 2 (der nun Zeit genug hatte zu googlen): Melbourne.
Moderator: Korrekt!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Bewegte Bilder

Kleine Randnotiz:
Ich veröffentliche ja hier in diesem Blog viele Landschafts-Bilder, damit Ihr einen ungefähren Eindruck bekommt, wie Portland und Umgebung so ausschauen. Leider können solche Momentaufnahmen nicht die komplette Atmosphäre wiedergeben. Vor einigen Tagen habe ich deswegen mal versucht herauszubekommen, ob es bekannte Filme gibt, die in Portland spielen:

  • Die Vapir-Saga "Twilight" wurde rund um Portland gedreht
  • "The Shining" mit Jack Nicholson spielt am Mount Hood, den man von Portland aus sehen kann
  • "Nummer 5 lebt" wurde gedreht in Portland und Astoria, an der Mündung des Columbia Rivers in den Pazifik (in meinem Beitrag zur Pazifik-Tour ist ein Foto der großen Brücke in Astoria zu sehen. Von dieser Brück fällt Nummer 5 in Teil 1 und löst dann seinen Fallschirm aus)
  • "The Ring" spielt an der Columbia River Gorge
  • einige Szenen von "Password: Swordfish" spielen in Oregon, ich weiß nur leider nicht welche
  • "Bandits" mit Bruce Willis, Cate Blanchett und Billy Bob Thornton spielt in Beaverton, der Nachbarstadt Portlands
  • "Men of Honor" mit Robert de Niro spielt teilweise in Portland
  • "Free Willy" wurde in Astoria gedreht
  • "Der Kindergarten Cop" mit Governor Schwarzenegger wurde ebenfalls in Astoria gedreht
  • "Die Goonies" ein Kinder-Abenteuerfilm wurde in Astoria und Cannon Beach gedreht (Das Strandfoto mit dem Felsen im Meer ist während meiner Pazifik-Tour in Cannon Beach entstanden)
Falls Ihr also zufälligerweise über einen dieser Filme stolpern solltet, könnt Ihr ja mal reinschauen.


Gruß in die Heimat,
Sebastian

Montag, 17. Januar 2011

Amerikanischer Abend

Nachdem ich das vergangene Wochenende damit verbracht habe, Fotos von unserer Reise zu bearbeiten und zu sortieren (mittlerweile bin ich bei der Hälfte aller Bilder angelangt), war ich gestern Abend bei meinem Teamleiter zu einem "Amerikanischen Abend" eingeladen. Er und noch ein Kollege wollten mir ein typisches amerikanisches Dinner servieren und anschließend einen typischen amerikanischen Film zeigen.
Es gab Lachs, Steak, gebackene Kartoffel und diverse Beilagen wie gemischten Salat mit Weintrauben, Knoblauchbrot und Maiskolben. Zum Nachtisch gab es eine Art Schaum-Creme mit schwarzen Keks-Krümeln. Alles hat phantastisch geschmeckt. Insgesamt muss ich sagen, dass sich meine Ernährungssituation deutlich gebessert hat. Nicht zuletzt, dank meines Cousins, der seine Kontakte genutzt hat und mir einen tollen Supermarkt-Tipp gegeben hat, wo ich frische Zutaten besorgen kann. Danke! :-)
Aber nun zurück zum gestrigen Abend. Nachdem wir gegessen hatten, sind wir in den Kinoraum meines Gestgebers gegangen. Ja, richtig gehört: Kinoraum. Im Keller seines Hauses hat mein Teamleiter ein ca. 30m² großes Zimmer als Kino umfunktioniert. Als Bildfläche nutzt er einen 80 Zoll (ca. 1,70 m) Fernseher (Rückprojektionstechnik in HD-Auflösung). Nicht, dass sein Wohnzimmerfernseher mit 55 Zoll zu klein gewesen wäre, aber echtes Kinoerlebnis kommt seiner Meinung nach erst ab 70 Zoll auf.
Als "typisch amerikanischen Film" hatte er "Natural Born Killers" auserkohren. Für diejenigen, denen es nichts sagt: es handelt sich um einen sehr skurilen und schrillen Film, der mit diversen Genres spielt (abwechselnd S/W-Film, Dokumentation, TV-Shows, Horror-, Liebesfilm und Roadmovie) und von einem Serienkiller-Paar handelt.
Alles in allem war der Abend super und ich möchte einen neuen Fernseher haben;-)
Außerdem erweitert sich das Lastenheft für eine zukünftige Wohnung im Raum Stuttgart von 3,5 Zimmern mit 90 m² auf 4,5 Zimmer mit 120 m²...

Freitag, 14. Januar 2011

The American Way of Drive

Bevor die jeweiligen Etappenberichte unseres Road-Trips folgen, hier noch ein paar Sätze zum Autofahren in den USA allgemein:

Grundsätzlich lässt sich nach nun 6 Wochen die Theorie aufstellen, dass das Talent, Auto zu fahren, beim Durchschnitts-Amerikaner eher gering ausgeprägt ist. Viele Indizien festigen dieses Vorurteil.

Als ich vor einigen Wochen durch die Berge Oregons gecruist bin, standen plötzlich auf einer Länge von einer Meile immer wieder Tafeln am Straßenrand, die vor Serpentienen gewarnt haben. Erlaubt waren zu diesem Zeitpunkt 65mph (~100km/h) und ich hab eigentlich damit gerechnet, das man das Tempolimit nun allmählich auf Schrittgeschwindigkeit reduziert. Aber nichts geschah. Stattdessen wurden die Serpentin-Warnschilder bloß immer großer. Was dann kam war ein Witz. Die Kurven waren so ausgelegt, dass man sie locker weiterhin mit 65mph fahren konnte. Wahrscheinlich dienten die Schilder bloß dazu, den Fahrer darüber zu informieren, dass er nun ein bisschen Cola aus dem Becher abtrinken muss, damit nichts überschwappt. Querbeschleunigung ist böse! Das bekomme ich auch jedesmal zu spüren, wenn vor mir jemand rechts abbiegt. Dann wird zuvor soweit heruntergebremst, als wäre die Straße schneebedeckt und als ob die Gefahr bestünde ungewollt aus der Kurve zu rutschen.

Die Landstraßen an sich sind schön: breit, nette Aussicht, manchmal sogar hügelig und kurvig. Mit dem richtigen Auto könnte das Spaß machen. Neulich bin ich solch eine Straße gefahren. Alles frei, kein Mensch weit und breit, Kurve links, Kurve rechts, Biegung links, dann eine Gerade... man kann 2 Meilen geradeaus blicken, immer noch keine Menschenseele in Sicht, im Radio singt Freddie Mercury Don't stop me now!, aber: Tempolimit 55mph! Manno. Daher schnell den Sender gewechselt, bevor der Fuß aus Versehen zu schwer wird. Nun singt Katie Melua darüber, dass 9 Millionen Chinesen in Peking lieber radfahren. Puuh, Situation entschärft.
Überhaupt, Katie Melua passt hervorragend zum amerikanischen Fahrstil: seicht, einschläfernd und nebenbei-kompatibel. Ich habe sowieso den Eindruck gewonnen, dass viele Amerikaner nebenbei Autofahren und parallel einer anderen wichtigeren Hauptaufgabe nachgehen. Anders kann ich mir die zwei Unfälle nicht erklären, die ich in meiner Zeit hier in Portland schon gesehen hab. Beim ersten fuhren zwei Autos in Schrittgeschwindigkeit auf einem Parkplatz ineinander. Einfach so, ohne Nebelwand, Glatteis oder plotzlich einsetzender Sonnenfinsternis. Der zweite Unfall passierte auf dem Highway bei zähfließendem Verkehr mit ca. 30 km/h. Zwei Autos wollten gegeseitig die Fahrspur wechseln. Der rechte nach links, und der linke nach rechts. Na, und was ist wohl passiert? Sie haben sich gerammt. Einfach so. Ich dachte echt, ich seh nicht recht...

Und neulich auf dem Weg zum Pazifik habe ich das hier gesehen:


Ein Caravan mit Kleinwagen im Schlepptau. Sogar die Beleuchtung des Kleinwagens funktionierte wie bei einem herkömmlichen Anhänger.
Des Weitern konnte ich schon mehrfach beobachten, dass herrenlose Autos auf Parkplätzen mit laufendem Motor herumstehen. Die Winter in Portland sind kalt und es ist bestimmt toll, wenn man sich nach einem mehrstündigen Einkaufsbummel in sein mollig warmes SUV kuscheln kann... 
Volltanken kostet ja auch bei einem solchen Auto bloß 50 Euro. Ich zahl bei meinem Nissan Versa 30 Euro.

Auch sonst ist das Autofahren hier sehr... anders. Und mein Fahrstil passt nicht ganz hier her. Die Menschen sind gewohnt, dass auf Parkplätzen nicht schneller als Rentnerschrittgeschwindigkeit gefahren wird und springen entsetzt zur Seite, wenn ich mit meinem Nissan Versa in in halsbrecherischen 15 km/h angerast komme.


Und auch nach Wochen in den USA zucke ich erschrocken zusemmen, wenn ich selbst oder jemand anderes in meiner Nähe ein Auto über die Funkfernbedienung verriegeln. WHUAP macht's in Amerika ständig und überall. WHUAP, das ist das Quittierungsgeräusch der Zentralverriegelung, mit dem der Fahrerer akustisch über ein kurzes Hupen darüber informiert wird, dass sein Auto abgeschlossen ist. Wieso eigentlich bleiben wir in Europa glücklicherweise von WHUAP verschont? Haben wir bessere Augen oder wieso genügt uns ein kurzes Blinken? Ich habe noch keine Erklärung gefunden.

Auf Highways darf man hier maximal 75mph fahren. Das entspricht ca. 120 km/h, meistens sind aber nur 65mph erlaubt. Allerdings sollte man die amerikanischen Autos auch definitiv nicht schneller als 75mph bewegen, weil das Fahrverhalten oberhalb von 70mph derart schwammig wird, dass man hat ständig das Gefühl hat, irgendwelchen Windböen ausgesetzt zu sein und korrigiert permanent die Richtigung nach. Ich freue mich schon sehr auf deutsche Autobahnen und deutsche Autos. Nichtsdestoweniger bin ich total glücklich darüber, dass ich überhaupt ein Auto zur Verfügung gestellt bekommen habe (1000 Dank an die Verantwortlichen in der Heimat) und weiß es zu schätzen, dass ich so die beste Möglichkeit bekommen habe, dieses große Land zu erkunden. Denn es ist schon ein Unterschied, ob man nun von Punkt A nach B fliegt oder die Strecke dazwischen mit dem Auto zurücklegt und sich außerhalb der Metropolen bewegt. 
Mein Navi habe ich mittlerweile auch richtig lieb gewonnen. Habe auf die Frauenstimme gewechselt. Im Gegensatz zum Mann, gibt sie sich nämlich Mühe, die Straßennamen englisch auszusprechen... klappt bloß nicht immer:
Biegen Sie rechts ab in Richtung Pohdlähnd auf Ssaut-Iihst Waschinktn Skwer Äwenuh
Auf diese Weise macht das Autofahren wenigstens ein bisschen Spaß.

WHUAP! WHUAP!

Montag, 10. Januar 2011

Zurück in Portland

Nachdem wir am vergangenen Freitag innerhalb von 15h laut Goolge-Maps ziemlich genau 1200 km gefahren sind, befinde ich mich nun wieder in Portland - die beste Reisebegleiterin und tollste Freundin der Welt ist bereits seit heute morgen auf dem Heimweg ins ferne Deutschland.
Insgesamt war unsere 14-tägige Reise das Aufregendste, was ich bisher in meinem Leben erlebt habe, und es wird mir schwer fallen, all die Eindrücke in Worte zu fassen. Ich habe mich entschieden, in den kommenden Tagen jeweils zu den einzelnen Etappen und Zwischenzielen seperate Artikel und Fotos zu veröffentlichen, weil es den Rahmen sprengen würde, die Reise jetzt innerhalb eines Artikels zusammenzufassen.

Viele Grüße
Sebastian

Samstag, 1. Januar 2011

Frohes neues Jahr

So, Ihr hab nun schon 2011. Ich darf noch 9h warten und bin grad auf dem Weg zum Abendessen. Bin schon sehr gespannt auf mein erstes amerikanisches Feuerwerk und werde morgen darüber berichten.

Eine gute Neujahrsnacht wünscht
Sebastian

Freitag, 31. Dezember 2010

Guten Rutsch!


Nach spannenden Weihnachtstagen, an denen ich durch Amerika reisen konnte, wünsche ich Euch nun einen Guten Rutsch ins neue Jahr. Ich weiß grad nicht wie das Wetter bei Euch ist, aber bitte nehmt das Schild nicht allzu wörtlich.
Freue mich drauf, Euch im nächsten Jahr gesund und munter wieder zu sehen.
Ich meld' mich dann gegen Mitternacht nochmal, um Neujahrsgrüße neun Stunden in die Zukunft zu übermitteln.

Alles Gute,
Sebastian

Samstag, 25. Dezember 2010

And the Winner is...

Am 8. Dezember habe ich begonnen, Weihnachtslieder zu zählen, die mir hier in der Adventszeit im Alltagsleben begegnen. Jedesmal wenn irgendwo eine bekannte Melodie ertönte, habe ich mein Handy zur Hand genommen, und Strichliste geführt.
Ich bin stolz, heute an dieser Stelle den Sieger meiner persönlichen Weihnachtslied-Hitparade präsentieren zu können. Es ist ein Lied, das mir hier in der Vorweihnachtszeit besonders ans Herz gewachsen ist. Ein Lied über die heilige Mutter Maria, Stunden der Dunkelheit und ein Licht, das irgendwo scheint.

Ladies and Gentlemen, please let me present to you the winner of  "Mein Weihnachtslied 2010".
The winner is:
Let it be! von den Beatles

Kein anderes Lied habe ich häufiger gehört. Das lag natürlich daran, dass ich immer wieder gerne Zuflucht in den Apple-Stores gesucht habe, die ja nun bekanntlich sehr stolz darauf sind, dass sie nun in iTunes sämtliche Beatles-Lieder anbieten. Somit habe ich das Ergebnis meiner Weihnachtslied-Hitparade selbst verfälscht. Allerdings hat sich Let it be! in den letzten 3 Wochen für mich tatsächlich zu einer Art Weihnachtslied entwickelt. Von nun an verbinde ich die Melodie mit amerikanischen Shopping-Malls in der Weihnachtszeit und ich denke, dass ich auch im nächsten Jahr in der Adventszeit Let it be! in meine "Christmas Playlist" aufnehmen werde.

Speaking words of wisdom... ;-)

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten


Ich wünsche Euch frohe und besinnliche Weihnachten, Gesundtheit und Ruhe. Über die Weihnachtstage bin ich unterwegs und werde dieses große Land erkunden. Vielleicht ergibt sich von unterwegs die Möglichkeit, Euch mit Neuigkeiten zu versorgen.
Nacher, um Mitternacht, folgt noch die Auswertung meiner Weihnachtslied-Hitparade (s. Beitrag "Hosen und Weihnachtslieder"). Na, schon neugierig welches Lied es an die Spitze schaffen wird? Das Rennen ist eng und bis Mitternacht kann noch viel passieren... ;-)


Liebe Grüße,
Sebastian

Umzug


Gestern durfte ich endlich umziehen in mein Loft in der Innenstadt. "Endlich" deswegen, weil ich mich in Hotels irgendwie nicht lange wohlfühle, und 21 Tage sind zu lange. Das Hotel war wirklich in Ordnung, das Zimmer riesig und hatte sogar Kühlschrank und Mikrowelle. Aber trotzdem stellt sich bei mir kein Zuhausegefühl ein, wenn täglich jemand ins Zimmer kommt, durchsaugt und das Bett macht.


Nun fahre ich abends in die Tiefgarage, parke meinen kleinen Nissan Versa zwischen einem Dodge Ram und einem Cadillac Escalade. Für diejenigen unter Euch, die nichts mit den Namen anfangen können hier ein kleiner Exkurs:
Ein Dodge Ram gehört der Fahrzegklasse "Pickup-Truck" an und ist im Prinzip ein geländegängiges Fahrzeug mit großer ebener und freiliegender Ladefläche. Im Vergleich zu anderen Pickup-Trucks markiert der Ram die Obergrenze dieser Klasse und ist optisch nicht weit von einem Monstertruck entfernt. Der Ram, der neben mir parkt besitzt den 506PS-Motor aus der Dodge Viper. Der Chevrolet Escalade ist ein typischer Vertreter der Sports Utility Vehicle, jedoch voluminöser als eine Mercedes M-Klasse oder ein BMW X5 und daher nicht weniger imposant als der Dodge Ram, allerderdings hat der Escalde in meiner Tiefgarage 100PS weniger als der Dodge;-)
Exkurs beendet.
Ich stelle also mein Auto auf die "Grundstücksgrenze" von Ram und Escalade begebe mich in Richtung Aufzug. Dort angekommen, halte ich einen Transponder neben den Rufknopf des Aufzugs und drücke anschließend besagten Knopf.. Im Aufzug selbst halte ich den Transponder ein weiteres Mal in die Nähe eines Empfängers und drücke den Knopf neben der 7, denn dort befindet sich mein Loft (7 ist übrigens Stockwerk 6, weil der Amerikaner im Erdgeschoss mit 1 anfängt zu zählen).



Nun laufe ich nur noch wenige Meter (bzw. Feet) vorbei am Etagen-Müllraum (dazu werde ich bestimmt auch noch einen Artikel verfassen, weil ich jedem deutschen Architekten in Zukunft sagen werde, dass er sich doch bitte ein Beispiel daran nimmt) zu meinem Apartment. Die Tür ist überraschenderweise nicht über den Transponder zu öffnen, sondern ist mit herkömmlicher Schließtechnik gesichert. Allerdings gleich doppelt. (Wer doppelt so große Autos hat wie nötig, der hat halt auch doppelt so viele Schlösser wie üblich - total logisch. Zu den Abmessungen der Autos meinte gerade eben ein amerikanischer Kollege ironischerweise: "Wir haben ja auch Meilen und keine Kilometer. Eine Meile sind ca. 1,6 Kilometer. Wir brauchen also 1,6 mal größere Autos, damit wir zur gleichen Zeit am Ziel ankommen wie Ihr in Europa." Er selbst fährt einen Smart, weil er gerne ein Auto fahren möchte, das sonst niemand hat).
Mein Apartment selbst ist riesig. Geschätzte 80m², 6m breit und 13m lang. Steht man in der Eingangstür kann man am Ende des Tunnels sogar das Tageslicht sehen;-)


Insgesamt ist es sehr modern eingerichtet und gefällt mir super. Als Bauingenieur mag ich Beton als Stilelement und in meinem Apartment ist die lange Wand komplett in Sichtbetonoptik ausgeführt. Das ist zum einen natürlich günstig, weil man sich den Putz einspart, andererseits wirkt es in Kombination mit dem hellen Echtholzparkett extrem "durch-designed" und "stylish". Auch der Klimakanal, der die Wohnung beheizt und im Sommer kühlt "besticht durch seine pure Schlichtheit". Es ist einfach ein Metallrohr mit 50cm Durchmesser, das auf der Nichtflur-Seite 13m entlang der Decke verläuft und diverse Öffnungen zum Wärmeaustausch besitzt. Auf diese Weise kann man zwar Räume nicht individuell beheizen, allerdings besitzt dieses Apartment auch so gut wie keine individuellen Räume: Wohnzimmer und Küche bilden eine gemeinsame Einheit und sind durch eine 2m hohe nicht bis zur Decke reichenden Wand von der Schlafzimmer-Einheit abgetrennt und über den 13m langen Flur miteinander verbunden.




Das Badezimmer ist ein separater Raum und ebenfalls über den Flur zu erreichen. Neben dem Bad, unmittelbar neben der Eingangstür befindet sich ein Lagerraum (ca 8m²), inklusive Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett (auch das werde ich mir von deutschen Architekten für Mehrfamilienhäuser wünschen: Wieso haben wir keinen Wasseranschluss im Abstellraum? Warum muss die Waschmaschine im Bad stehen? Wieoso kann sie nicht da stehen, wo man auch die Wäsche aufhängen kann und anschließend Bügeln kann? Okay, für letzteres bräuchte man dann einen zusätzlichen Fernseher für den Abstellraum... )


Von der Lage her befindet sich das Apartment im nördlichen Innenstadtbereich, der früher vor allem von Lagerhäusern und kleineren Gewerbebetrieben geprägt war. In der jüngeren Vergangenheit wurden jedoch viele dieser Gebäude ersetzt durch moderne mindestes 10-geschossige Wohngebäude. Die ehemaligen niedrigen Lagerhäuser wurden, sofern sie nich komplett weichen mussten, teilweise restauriert und beherbergen heutzutage Galerien, Restaurants oder Cafés und überraschend viele Bücherläden.


Die Bevölkerung hebt sich auch ein wenig ab vom "Gewöhnlichen": Man legt wert auf Markenkleidung europäischer Designer, führt rattenähnliche Tiere an der Leine gassi und fährt teure - mit Ausnahme meiner direkten Parkplatznachbarn - bevorzugt europäische Autos (Volvo noch vor Mercedes, BMW und VW/Audi/Porsche. An nahezu jeder zweiten Ecke steht ein MINI geparkt) und geht trinkt gerne Kaffee, denn jeder Block hat seine eigene Kaffee-Bar (nicht nur Starbucks)
Insgesamt ist die Gegend sehr sicher und sauber und hat ihren Charme.